Handytarife ohne Grundgebühr sind immer dann interessant, wenn sich eine Allnet Flat nicht lohnt. Das trifft beispielsweise für Wenig-Nutzer zu, die in der Regel eine Handyrechnung von unter 5 Euro pro Monat haben, darunter fallen aber beispielsweise auch Notfall-Simkarten oder Sim-Karten für die Nutzung in smarten Geräten wie einer Überwachungskamera oder einem Rasenmäh-Roboter. Eine Allnet Flat ist dafür meistens kaum geeignet, weil man nur einen Bruchteil der monatlichen Leistungen braucht, aber dennoch bezahlt. Daher sind in solchen Fällen Tarife ohne monatliche Kosten und Grundgebühr sinnvoll.

Die schlechte Nachricht: Im Postpaid Bereich gibt es derzeit KEIN Angebote mehr, die ohne Grundgebühr auskommen. Alle derzeit verfügbaren Mobilfunk-Tarife haben monatliche Fixkosten. Sim Karte und Tarif ohne Grundgebühr gibt es nur noch im Prepaid Bereich und daher sind die hier vorgestellten Tarife auch alles Prepaid Angebote.

Die monatlichen Gebühren liegen dabei sehr unterschiedlich. Günstige Handytarife findet man bereits für unter 5 Euro im Monat bis zu etwa 10 Euro monatlich. Angebote mit Smartphone und Vertrag gibt es für 20 Euro pro Monat aufwärts. Nach oben gibt es also viel Auswahl, bei den Handyverträgen ohne Fixkosten muss man dagegen suchen. Das haben wir auch gemacht und stellen hier Tarife vor, die keine Grundgebühr und keine monatlichen Kosten haben und daher ohne finanziellen Belastung eingesetzt werden können.

Callya Freikarte ohne Grundgebühr nutzen

Die Callya Freikarte von Vodafone ist eine kostenlose Prepaid-SIM-Karte, die ohne Vertragsbindung erhältlich ist. Mit der CallYa Classic Variante zahlst du nur das, was du tatsächlich verbrauchst: 9 Cent pro Minute oder SMS innerhalb Deutschlands und 3 Cent pro MB im Vodafone 4G|LTE Max- und 5G-Netz. Außerdem sind WiFi Calling und EU-Roaming inklusive.

Der Grundtarif der Callya Sim hat dabei weder eine Grundgebühr noch andere Fixkosten. Man kann die Sim komplett kostenlos holen und zahlt nur dann, wenn man sie auch einsetzt oder eine Flatrate oder Option dazu bucht. Man kann auf Wunsch die Simkarte aber auch mit Allnet Flat (ab 10 GB Datenvolumen monatlich) und sogar unbegrenztem Datenvolumen aufrüsten (allerdings dann mit Grundgebühr).

Die Vodafone CallYa Freikarte wird nicht ohne Grund als der “schnellste Prepaid-Tarif aller Zeiten” bezeichnet. Kunden greifen automatisch auf das schnelle Vodafone D2-Netz mit 4G LTE-Geschwindigkeit zurück. Die maximale Surfgeschwindigkeit beträgt 300 MBit/s. Wenn du dein Inklusiv-Volumen und das App-Geschenk verbraucht hast, surfst du nur noch mit höchstens 32 kbit/s. Bitte beachte, dass die Geschwindigkeit von verschiedenen Faktoren abhängt, wie z. B. deinem Standort und der Anzahl der gleichzeitig nutzenden Benutzer in der Mobilfunkzelle.

O2 Freikarte: ein Tarif noch ohne monatliche Kosten

Die O2 Freikarte ist eine Prepaid-SIM-Karte, die kostenlos und ohne Vertragsbindung bei O2 erhältlich ist. Nutzer können damit telefonieren, simsen und unterwegs im Internet surfen. Dabei zahlen sie nur so viel, wie sie auch tatsächlich verbrauchen. Die Basis-Version erhebt keine fixe monatliche Gebühr; Nutzer zahlen nur für tatsächlich getätigte Telefonate und SMS, die mit 9 Cent pro Minute oder SMS berechnet werden. Im Grundtarif gibt es bei diesem Handytarif also KEINE GRUNDGEBÜHR.

Beim Speed im Internet Bereich ist die O2 Prepaid Sim zumindest im 4G Bereich richtig schnell. Das Unternehmen bietet LTE bis max. 300 MBit/s. Damit sind diese Tarife genau so schnell wie die normalen Handytarife bei O2 im 4G Bereich. Allerdings gibt es beim Grundtarif bisher noch kein 5G, das ist nur den Prepaid Flat von O2 vorbehalten. Aktuell gibt es dabei 10GB, 20 GB oder 30 GB Flatrates. Dafür bietet die O2 Freikarte mittlerweile auch eSIM und kann daher auch mit Geräten genutzt werden, bei denen man die Tarifdaten direkt auf den eSIM Chip laden kann.

Die O2 Freikarte hat aber eine relativ kurze Aktivitätszeitspanne. O2 kündigt die Simkarten bereits nach 6 Monaten, wenn es keine Aufladung gab. Daher ist diese Sim als Notfallkarte nicht so geeignet und man sollte sie wenn dann eher regelmäßig nutzen.

Blau Prepaid Karte: keine Grundgebühr im Basis-Tarif

Die Blau Prepaid Karte ist eine SIM-Karte ohne Vertragsbindung, die von O2 unter der Marke Blau angeboten wird. Mittlerweile hat das Unternehmen sehr viele neue Tarife im Angebot, aber die Sim Karte ohne Grundgebühr gibt es weiterhin.

Die wichtigsten Tarifdetails:

  • Telefonie: 9 Cent pro Minute in alle deutschen Netze und ins Festnetz
  • SMS: 9 Cent pro SMS
  • Internet: 24 Cent pro MB
  • Max. Surfgeschwindigkeit: Bis zu 33 MBit/s im Download und bis zu 11,2 MBit/s im Upload
  • Kein Datenvolumen inklusive: Man kann jederzeit Datenoptionen mit bis zu 5 GB pro Monat zubuchen.
  • EU-Roaming: inklusive

Die Blau Simkarte ist faktisch die O2 Prepaid Karte mit Kaufpreis, aber weniger Speed. Im Normalfall stellt damit die O2 Prepaid Karte die bessere Alternative dar, aber Blau ist dann sinnvoll, wenn man bereits zu viele O2 Prepaid Sim hat und daher eine weitere Sim von einem anderen Anbieter benötigt.

EDEKA Smart: Telekom Tarife ohne Fixkosten

Die EDEKA smart Prepaid-Karte bietet günstige Handytarife ohne Vertrag und Grundgebühr. Die Telekom selbst hat mittlerweile keinen Tarif ohne Grundgebühr mehr, EDEKA Smart bietet das aber noch an. Hier sind die wichtigsten Details:

  1. Highspeed-Datenvolumen: Bereits im Basistarif (EDEKA smart kombi S) surfst du mit Highspeed-Daten im besten Telekom Mobilfunknetz. Die Geschwindigkeit beträgt bis zu 300 Mbit/s
  2. Flexible Tarifwahl: Du kannst jederzeit unkompliziert zu einem anderen Tarif wechseln, um den passenden für dich zu finden.
  3. Startguthaben: Die SIM-Karte kommt mit einem Startguthaben. Nach der Freischaltung kannst du sofort telefonieren und die Datentarife nutzen.
  4. LTE max: Die Prepaid-Tarife sind im LTE-Netz der Telekom verfügbar und erreichen bis zu 300 Mbit/s.
  5. Keine Vertragsbindung: Maximale Flexibilität ohne bindende Vertragslaufzeit.

EDEKA Smart nutzt dabei das Telekom Netz (leider nur im 4G Bereich) und bietet damit für wenig Geld und ohne Grundgebühr Zugang zur D1 Netz Qualität der Telekom. Da die Telekom selbst keine Prepaid Tarife ohne Grundgebühr mehr verkauft, ist EDEKA Smart derzeit die beste Alternative für Prepaid ohne monatliche Kosten in diesem Netz.

Trend: immer weniger Mobilfunk-Angebote ohne Grundgebühr

Wer heute nach einem klassischen 0-Euro-Grundtarif direkt bei der Telekom oder Congstar sucht, wird offiziell kaum noch fündig. Es lässt sich feststellen, dass beide Marken ihre Strategie im Jahr 2025 massiv angepasst haben. Es gibt vor allem im Telekom Netz eine Trend hin zu Angeboten mit Fixkosten. Man muss sehen, dass die Anbieter heute vor allem auf Planbarkeit und Datenvolumen setzen. Ein Kunde, der nur passiv erreichbar ist und keinen Cent zahlt, verursacht dem Unternehmen dennoch Verwaltungskosten (Netzbereitstellung, IT, Kundenservice). Daher hat man bei den Hauptmarken folgende Änderungen vorgenommen:

  • Congstar: Man hat den beliebten „Prepaid wie ich will“-Mix verändert. Während man früher alle Regler auf Null stellen konnte, ist der Tarif für Neukunden mittlerweile oft an eine Mindestbuchung (meist ein kleines Datenpaket für ca. 2 €) gebunden. Man kann den Tarif also faktisch nicht mehr ohne monatliche Kosten führen.
  • Telekom (MagentaMobil): Hier beginnt das offizielle Angebot meist beim „Prepaid S“ für 4,95 € pro 28 Tage. Den ursprünglichen „Basic“-Tarif ohne Grundgebühr hält man aktiv im Hintergrund versteckt („Geheimtarif“), bewirbt ihn aber nicht mehr offensiv auf der Webseite, um die Kunden in die teureren Flats zu lenken.

Die Hintergründe dieser Strategie

Man kann drei Hauptgründe für diesen Wandel ausmachen:

  1. Marktbereinigung: Wie man schon bei Netzclub gesehen hat, will man das Portfolio vereinfachen. Kleine Gratis-Tarife passen nicht mehr in das Bild eines Premium-Netzanbieters.
  2. 5G-Ausbau: Man rechtfertigt die Grundgebühren oft mit dem Zugang zum 5G-Netz. Da man diesen Dienst nun fast überall inkludiert, möchte man auch, dass jeder Nutzer einen kleinen monatlichen Beitrag leistet.
  3. Inaktivität: Man möchte „Schubladenkarten“ vermeiden. Da Funkzellen in Ballungszentren oft an Kapazitätsgrenzen stoßen, sortiert man inaktive Nutzer ohne Umsatz schneller aus.

Für welche Nutzer lohnen sich Handyverträge ohne monatliche Grundgebühr?

Handyverträge ohne monatliche Grundgebühr, oft als Prepaid-Tarife oder flexible Pay-as-you-go-Optionen bekannt, lohnen sich für bestimmte Nutzergruppen, während sie für andere weniger attraktiv sind. Hier eine Übersicht:

Für wen lohnen sie sich?

  1. Gelegenheitsnutzer: Menschen, die ihr Handy nur selten nutzen – z. B. für Notfälle, gelegentliche Anrufe oder SMS – profitieren besonders. Da keine Grundgebühr anfällt, zahlen sie nur für das, was sie wirklich verbrauchen, was die Kosten niedrig hält.
  2. Kostenkontrollierte Nutzer: Wer volle Kontrolle über seine Ausgaben haben möchte, findet diese Tarife ideal. Ohne feste monatliche Belastung gibt es keine bösen Überraschungen, und man kann den Verbrauch bewusst steuern, z. B. durch Aufladung nur bei Bedarf.
  3. Zweitgerät-Nutzer: Für Personen, die ihr Handy nur als Zweitnummer oder für spezielle Zwecke (z. B. Reisen, Arbeit) nutzen, ist ein Tarif ohne Grundgebühr praktisch, da er keine unnötigen Fixkosten verursacht.
  4. Kinder oder ältere Menschen: Eltern, die ihren Kindern ein erstes Handy mitgeben, oder Senioren, die es hauptsächlich für Anrufe nutzen, können mit solchen Tarifen günstig starten. Es fallen nur Kosten an, wenn das Gerät tatsächlich benutzt wird.
  5. Flexible oder unentschlossene Nutzer: Wer sich nicht auf einen Vertrag festlegen möchte oder seinen Bedarf noch nicht genau kennt, kann mit einem solchen Modell testen, wie viel er tatsächlich nutzt, ohne sich langfristig zu binden.

Für wen lohnen sie sich eher nicht?

  1. Vielnutzer: Menschen, die regelmäßig telefonieren, Nachrichten schreiben oder im Internet surfen, zahlen bei einem Tarif ohne Grundgebühr oft mehr, da die Einzelkosten pro Minute, SMS oder MB Daten höher sind als bei Flatrates oder Paketen mit Grundgebühr.
  2. Datenintensive Nutzer: Wer viel streamt, Social Media nutzt oder unterwegs oft Datenvolumen benötigt, stößt hier schnell an Grenzen. Prepaid-Tarife bieten zwar Datenpakete, aber diese sind im Vergleich zu Verträgen mit Grundgebühr meist teurer pro GB.
  3. Komfortsuchende: Nutzer, die Wert auf All-inclusive-Pakete legen (z. B. Telefon- und SMS-Flat plus großes Datenvolumen), finden in Tarifen ohne Grundgebühr oft nicht das Rundum-sorglos-Gefühl, da sie ständig den Verbrauch im Blick behalten müssen.
  4. Smartphone-Fans mit Hardware-Wunsch: Wer ein neues Handy über den Vertrag finanzieren möchte, kommt hier nicht weiter, da Tarife ohne Grundgebühr meist keine subventionierten Geräte anbieten.
  5. Langfristig planende Nutzer: Wenn jemand seinen Bedarf gut kennt und langfristig Geld sparen will, sind Verträge mit Grundgebühr oft günstiger, da sie bessere Konditionen pro Einheit (Minuten, SMS, Daten) bieten.

UNSERE EMPFEHLUNG Handyverträge ohne monatliche Grundgebühr sind ideal für sparsame, gelegentliche oder flexible Nutzer, die wenig verbrauchen und Kosten bewusst kontrollieren wollen. Für regelmäßige, datenintensive oder komfort-orientierte Nutzer sind sie dagegen meist unpraktisch und teurer. Es hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab, ob sich diese Option lohnt.

Original von: 21. Januar 2026 | Letztes Update: 3 Tagen ago von Bastian Ebert